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Die Bahn macht mobil

BSG vergibt Chance auf Relegationsplatz

bereits zum driten Mal war die BSG am vergangenen Mittwoch bei den Bahnern in 14467 zu Gast zum zu dritten Mal reichte es nicht zum Sieg. Klingt irgendwie auch nach einem Hattrick und man könnte meinen, die Mannschaft von Lok Potsdam entwickelt sich zum Angstgegner der BSG Spielverständnis. Aber warum entwickeln? Wenn Sie es noch nicht geschafft haben, schwinden die Chancen auf diesen Titel, da die Teilnahme der BSG an einer weiteren Spielsaison der Freizeitliga (wie jedes Jahr) gerade heftig diskutiert wird und zur Disposition steht. Appropos Titelkampf: Ein besonders unsportliches Higlight war die Ergebnismeldung von Lok Potsdam. Während es nach 80 Minuten 10:2 für die Gastgeber stand und das Ergebnis damit doch recht deutlich ausfiel, reichte das den Verantwortlichen im Präsidium der Mannschaft nicht und man meldete ein 11:2 an den Staffelleiter. Das mag auf den ersten Blick nicht dramatisch klingen, ist es aber, wenn man sich die aktuelle Tabelle genau anschaut. Genau dieses eine Tor, würde nämlich Lok die Teilnahme an der Endrunde der diesjährigen Saison sichern. Lok steht derzeit punktgleich und bei gleicher Tordifferenz auf Platz 4 der Tabelle. Einzig der Umstand, dass man insgesamt weniger Tore geschossen hat als Konkurrent Neuseddin, sorgt für diese Platzierung, die man mit einem "gehoyzerten" Tor drehen könnte.

Das Spiel selbst begann verheißungsvoll, denn mit neuem Mix aus Youngstars und altgedienten Spielern aus dem EM-Kader konnte die BSG früh in Führung gehen. Selbst nach dem Ausgleich zum 1:1 legte die BSG wieder mutig vor, mußte kurze Zeit später jedoch erneut den Ausgleich und damit die Wende in Kauf nehmen. Schwierigkeiten mit dem Platz, unkalkulierbare Ballbewegungen und ein Schiedsrichter, der gern mal ein Auge zudrückt, wenn aus Fussball Handball wird, sorgen schlussendlich für den sang- und klanglosen Untergang der Neubabelsberger in diesem Spiel.

LOK Potsdam vs. BSG Spielverständnis (offiziell) 10:2

Dreamteam: alle und keiner

Getränke: DD´s Reste aus St. Pauli

 

Betreutes Kicken

Wenn der Vater mit dem Sohne

Vierzig Jahre, mehr nicht. Diese Zeitspanne hat Mutti Natur uns Menschen eingeräumt, genauer unserem Muskel-Skelett-System und seinen Gelenken. Nur Reproduzieren sollte sich Homo sapiens, um dann – um die vierzig – abzutreten. Dass wir aber immer älter werden, im Laufe von hundert Jahren etwa vierzig Jahre, das war so nicht vorgesehen. Die innere Organe sind langlebiger geworden, aber Muskeln und Skelett haben sich mit ihnen nicht abgestimmt. Diese Fehlentwicklung hat die Evolution noch nicht nachbessern können – mit 40 ist der Mensch alt, er ist dann gebrechlich und anfällig geworden.

Und er hat weniger Kondition als ein 20-Jähriger. Von denen spielten Viele mit beim Spiel der Freizeitliga zwischen der BSG Spielverständnis und den Sportfreunden aus Neuseddin, und das wirkte sich auf den Altersdurchschnitt beider Mannschaften aus. Hier die Gäste – jung, um die 20, volles Haar, viele Tattoos – dort die Heimmannschaft – gut gereift, um die 40, fast alle mit grauen Schläfen und lichter werdendem Haar, dazu mit Waschbärbauch. Ein Generationenkonflikt, ausgetragen auf dem Kunstgrün des Karl-Liebknecht-Stadions. Ganz wehrlos wollte sich die BSG nicht der zu erwartenden Jugendoffensive ergeben. Die überraschende Aufstellung des 13-jährigen Léon – ältester Spross vom „Sechser“ Steffen - verschob die BSG-Alterspyramide zumindest ein wenig. Auch hütete mit Robert ein Ex-Fünftligaspieler den Kasten. Und so hielten die Potsdamer anfangs gut mit, kassierten erst nach 20 Minute das erste Tor – ein Handtor, das der 41-Jahre alte Schiedsrichter Doc Uwi übersah - und das nur kurze Zeit später Léon egalisiert wurde. Ein Abwehrpatzer brachte den Neuseddinern vor dem Halbzeitpfiff die erneute Führung.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste immer wieder gefährlich vor das Potsdamer Tor, ihr jugendlicher Egoismus verhinderte den Ausbau der Führung. Zwar waren die Sportfreunde immer einen Schritt schneller, trotzdem konnten sie den erneuten Ausgleich (wieder Léon) nicht verhindern. Treffer drei und vier (durch den 43-jährigen Kay und den 41-jährigen Uwe), folgten und brachten die 4-zu-2-Führung. Die Neuseddiner rannten, kämpften, schossen aus allen Positionen, zeigten großartige schauspielerische Leistungen („es tut so weh, ich weiß nicht wo“). Jetzt jedoch mussten die BSG-Spieler dem Alter Tribut zollen. Die Kraft ließ nach, auch die Aufmerksamkeitsspanne hatte sich nach 60 Minuten Spielzeit deutlich verkürzt. Innerhalb von nur zwölf Minuten drehten die Sportfreunde das Spiel und gewannen gegen die Altherrenriege aus der Landeshauptstadt.

BSG Spielverständnis Potsdam gegen Sportfreunde Neuseddin: 4 : 5

Aufstellung: Robert – Andreas – Frank – Steffen – Hektor – Tom – Kay - Uwe – Léon – Alex

Getränkeservice: „Steffen´s kleine Hopfenstrolche“

 

Festung Babelsberg

Modern spielt, wer gewinnt

Zwei Meter Aluminium, links und rechts – mein Freund, der Pfosten: Ein halbes Dutzend Torschüsse hat er verhindert, den Rest parierte entweder Robert oder die Wilhelmshorster scheiterten an ihrer Zielgenauigkeit.

Nach der Auftaktpleite vor zwei Wochen gegen UFK II wollten die BSG-Spieler unbedingt vermeiden, Serientäter zu werden und auch das zweite Spiel in der neuen Arena zu verlieren. Aber zu Gast war nicht irgendeine Mannschaft – mit dem SV Wilhelmshorst kam der Tabellendritte in die Landeshauptstadt. Und der zeigte sich von der ersten Minute an überlegen, kam immer wieder gefährlich vor das Tor der Potsdamer. Für Wilhelmshorst war es anscheinend kein normales Freizeitligaspiel, viel zu viele Zweikämpfe wurden nicht nur technisch unsauber geführt, auch in der paraverbalen Kommunikation passierten grobe Fouls.

Aber es gab da noch den Mann mit der Pfeife: Doc Uwi, aus dem Labor der Hochsicherheitsstufe BSL-4 in das Adrenalin-Feuchtbiotop Liebknecht-Stadion; einer, der sich mit der Vorteilsbestimmung (Regel V im Fußballregelwerk der FIFA) bestens auskennt und mit seiner  Körpersprache an den legendären WM-Schiedsrichter Gamal Al-Ghandour erinnerte. Ein Mediator, der mit seiner entschlossenen Diplomatie den Nahost-Konflikt lösen würde, nur mittels Pfeife und zackiger Handbewegungen.

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmten die Gelben die Partie, immerhin hatte jetzt die BSG Spielverständnis erste Szenen vor dem gegnerischen Tor. Noch scheiterte Christoph, nach englischen Wochen und deutschem Hochprozentigem nicht ganz fit, auch Matthias konnte gute Chancen nicht verwerten. Aber dann, 15 Minuten vor dem Abpfiff, verwandelte Matthias eine scharfe Hereingabe zum unerwarteten Führungstreffer. Und der sollte reichen für ein völlig untypisches und für die BSG noch nie da gewesenes Freizeitligapunktspielergebnis.

BSG Spielverständnis Potsdam gegen SV Wilhelmshorst: 1 : 0

Aufstellung: Robert – Andreas – Frank – Steffen – Hektor – Kay - Tom – Uwe – Matthias – Guido – Christoph
Getränkeservice: „Hektor Alaba & die 40 Pullen“

 

Akadamikerschwemme

Ein Beitrag braucht 14 Tage

„Heimwerker“, „Einweihungsparty“, „Gastgeschenke“, „Sekundenschläfer“, „Wohnzimmerpremi ere“, „Der Mann, der aus dem Nichts kam“: Die Auswahl an guten Überschriften ist groß, auch wenn das nicht der Grund für eine Spielzusammenfassung mit vierzehntägiger Verspätung ist. Der Ärger über den verschenkten Sieg war es ebenfalls nicht – der war spätestes nach dem zweiten Nachspielzeit-Bier verflogen. „Warum spielt Ihr nur mit halbem Flutlicht?“, fragte ein SVB03-Verantwortlicher, der sich kurz das Spiel der BSG gegen die Studenten von UFK anschaute. Ja, warum bloß, UFK nutzte mit den schwarzen Trikots die spärliche Beleuchtung, denn bis Sonnuntergang verlief das Spiel anfangs ausgeglichen, später dann mit Vorteilen für die Platzherren, die mit zwei Toren zur Pause führten (René, Mattias). Nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild: Spielverständnis dominierte und erhöhte auf drei zu null (erneut René), Konter der Studenten parierte Ex-Fortune Robert gewöhnt souverän. „Wie stehst?“ fragte eine Viertelstunde vor dem Abpfiff ein UFK-Spieler – wo hat der bloß die Stunde davor verbracht -, nur um anschließend sein erstes von vier Toren zu erzielen. Nichts wurde es mit dem ersten Sieg im ersten Punktspiel im neuen Wohnzimmer, die drei Punkte nahmen die SpielerInnen von der Uni mit.

BSG Spielverständnis Potsdam gegen UFK Potsdam: 3 : 4

Aufstellung: Robert – Uwe - Andreas – Frank – Steffen – Tom – Claus – René – Guido – Marcel – Christoph Getränkeservice: „Franz´ Branntwein & Gerstenliqueure“